Sehen unsere Hunde ihre Umwelt schwarz-weiß?

Wer kennt das nicht: Sie werfen ein orangefarbenes Hundespielzeug auf die Wiese......

Wer kennt das nicht: Sie werfen ein orangefarbenes Hundespielzeug auf die Wiese. Doch irgendwie hat Ihr Vierbeiner nicht richtig aufgepasst oder nicht gesehen, wo seine Beute hinfiel. Sie können das Spielzeug unabhängig von der Distanz relativ gut erkennen und versuchen Ihren Hund dazu zu animieren sein Spielzeug zu holen. Trotz Hindeuten scheint es dem Hund schwerzufallen das Spielzeug so schnell wahrzunehmen. 

 

Genau aus diesem Verhalten entstand die Annahme, die sich bis heute hartnäckig hält, das Hunde alles schwarz-weiß sehen, was in unserem Beispiel heißen würde, dass der Hund ein graues Spielzeug auf einer grauen Wiese suchen müsste. Doch wie man heute weiß stimmt diese Annahme nicht ganz. Hunde sind Dichromaten, sprich Lebewesen, die zwei verschiedene Arten von Farbrezeptoren in ihrer Netzhaut haben.

 

Hunde besitzen zwei Zapfentypen. Zapfen sind konische Photorezeptoren in der Netzhaut (Retina), die sich auf der Rückseite des Auges befinden. Diese sind für die Farbwahrnehmung zuständig. So ist es mittlerweile wissenschaftlich belegt, dass Hundeaugen nur zwei Grundfarben erfassen. Blau und Gelb.  Abgeleitet daraus ergibt sich, dass Hunde eine Rot-Grün Schwäche haben.

 

Zurück zu unserem Beispiel. Unser Spielzeug ist demnach ein gelber Fleck auf einer gelblichen Fläche. Zudem sehen Hunde aufgrund ihrer eiförmigen Augenform nur in einem Abstand von 50 cm bis 6 Meter wirklich scharf. Würde also unser Spielzeug näher oder weiter weg liegen, würde es zudem auch noch unscharf erscheinen.

 

Trotz der eingeschränkten Sicht am Tag, ist die visuelle Wahrnehmung unserer Vierbeiner gerade in der Dämmerung um einiges stärker ausgeprägt, als die des Menschen. Dafür sind zwei biologische Faktoren verantwortlich: erstens eine zweite Photorezeptorenart in der Netzhaut, die Stäbchen, die für den Empfang der Lichtintensität sorgt, und zweitens eine hinter der Netzhaut liegende, reflektierende Schicht, das sogenannte Tapetum lucidum – das Licht spiegelt sich auf dem Tapetum und trifft erneut die Stäbchen. Und erhöht somit die Menge des empfangenen Lichtes, was beispielsweise das Jagen von Wild erleichtert, das in der Regel dämmerungsaktiv ist.

 

Mit dieser wissenschaftlichen Erkenntnis ist es uns also möglich, die Kommunikation mit unseren Hunden zu verbessern. So sollten Sie immer im Hinterkopf behalten, dass unsere Hunde durch die farbliche Ausprägung ihres Sehvermögens die Umwelt anders wahrnehmen als wir. Dementsprechend müssen wir unser Handeln anpassen und bestimmte Entscheidungen bewusster treffen. Z. B. können wir bei der Farbwahl eines Spielzeuges, Gereäte bei Agility oder des Apportierbeutels adäquater entscheiden. 

 

 

Im Zuge eines Mantrailing-Trainings ist in der Regel ein blauer Apportierbeutel unvorteilhaft, da hier das Ziel ist, das Objekt mit dem Geruchsinn zu finden. Dagegen soll bei Agility der Hund eine Hürde schnell wahrnehmen, weshalb es sinnvoll ist, für sie die Farbe Blau auszuwählen.

 

Zum Schluss möchte ich Ihnen noch auf dem Weg geben, dass Sie vor allem in der Dämmerung aufmerksamer sein müssen, besonders wenn Ihr Hund ein stark ausgeprägtes Jagdverhalten an den Tag legt. Bei Dunkelheit wird Ihr Hund die Umwelt, vor allem Bewegungen, schneller wahrnehmen als Sie, weshalb Ihrerseits eine voraussichtliche Aufmerksamkeit ausgehen muss.

 

Eure Hundetrainerin 

Martina Busch

 

 

Quelle: www.dogs-and-kinfolk.net/home/die-idee/  / http://www.wuff.eu/wp/hunde-sehen-anders-als-menschen-2/ 

 

 

 

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